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27.05.2020

 

Gemeinderatsitzung Markt Maroldsweisach

Eine „Flut“ von Anträgen für den Bau von Freiflächenphotovoltaikanlagen, insgesamt acht, lagen dem Gremium des Marktgemeinderates am Montagabend im Hartlebsaal zur Beratung vor. Erläuterungen gab es hierzu von Kai Kutzner vom Planungsbüro Strunz und Bauamtsleiter Andre Grüner, der zu einzelnen Punkten für die neu im Gremium sitzenden Mitglieder einen kleinen „Crashkurs“ zum Verständnis gab.

Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) sagte eingangs, dass in dieser Sache es heute wohl zu keinem Beschluss kommen werde. Der Gemeinderat soll zunächst über die eingegangenen Anträge umfassend informiert werden. Wolfram Thein sagte, dass die Höchstgrenzen solcher Anlagen bereits mit Beschluss des Gemeinderates festgelegt wären. Demnach dürfen nur fünf Prozent des Ackerlandes im gesamten Gemeindegebiet mit Anlagen bestückt werden und in den einzelnen Ortschaften 15 Prozent. „Wir möchten eine maximale Transparenz in dieser Sache. Es werden deshalb auch noch Infoveranstaltungen stattfinden und irgendwann wird der Gemeinderat einen Beschluss zu den Anträgen fassen müssen“, sagte der Bürgermeister.

Andre Grüner, Leiter des Bauamtes der Marktgemeinde, zeigte dem Gremium anhand einer Skizze eine Gesamtübersicht über den bereits vorhandenen und den beantragten Anlagen. „Es könnten nach den gefassten Beschlüssen 142,88 Hektar der Ackerflächen im Gemeindegebiet mit Anlagen bebaut werden“, sagte Grüner. Heute stünde man noch am Anfang der Beratungen. Kai Kutzner von der Planungsgruppe Strunz gab Erläuterungen, die bei der Beurteilung der beantragten Anlagen mit eingeflossen sind und stellte dann die beantragten Photovoltaikanlagen im Detail vor. Hierbei ging er darauf ein, ob die Standorte geeignet, teilweise geeignet oder eher nicht geeignet sind. Beim neuen Standort in Allersthausen sah er Planer keine negativen Punkte. Die geplante Anlage in der Gemarkung Eckartshausen befinde sich relativ nah am Siedlungsgebiet. Bei der Anlage im Bereich Wasmuthhausen sei keine große Beeinträchtigung zu erwarten. In Hafenpreppach liege die geplante Anlage wieder näher an der Siedlung. Bei der neu geplanten Anlage im Bereich Gut Saarhof handele es sich um eine relativ große Fläche mit zu erwartender hoher Blendwirkung. Von der Topographie sei die Anlage im Bereich Gückelhirn geeignet. Bei Marbach befände sich die Anlage in einer „Kessellage“, sei nur teilweise von Marbach aus einzusehen. Teilweise sei sie gut, teilweise nicht so gut geeignet. Bei Gresselgrund wäre die geplante Fläche insgesamt geeignet.

Nach den Worten des Bürgermeisters und den Ausführungen von Andre Grüner zufolge haben die geplanten Flächen folgende Größen: Allertshausen, 37,8 Hektar, davon sind schon 17,3 Hektar seit dem Jahr 2019 in Aufstellung. In Eckartshausen betragen die Flächen 24,3, in Wasmutthausen, 7,8, in Hafenpreppach 15,6 Hektar. Relativ groß ist die Fläche in Großsaarhof mit 38,2 Hektar, in Gückelhirn beträgt sie 15,5, in Marbach 22,9 und in Gresselgrund 14,4 Hektar. In der Marktgemeinde liegt die Bemessungsgrundlage für Freiphotovoltaikanlagen bei 2857,56 Hektar, weshalb nach zurückliegenden Beschlüssen des Gemeinderates 142,88 Hektar mit Anlagen bebaut werden dürfen. Gebaut sind, wie Bürgermeister Thein, sagte, bereits 36,1 Hektar und 17,3 Hektar sind bereits mit der Aufstellung beschlossen. Die zulässigen 15 Prozent für Ortsbereiche wären mit den geplanten Anlagen in Allertshausen und Marbach überschritten. Würden alle beantragten Anlagen genehmigt, wären mit den Neuanträgen, die im Gemeindegebiet 159,2 Hektar betragen, die festgelegten Grenzwerte um 69,72 Hektar überschritten. „Bisher gelten unsere gefassten Beschlüsse hinsichtlich der Obergrenzen“, sagte Bürgermeister Wolfram Thein. Man werde sich damit wohl noch mehrmals im Gemeinderat damit befassen müssen.

Zum 1.6.2020 wurde als neuer Geschäftsleiter Verwaltungsrat Armin Bogendörfer in der Gemeinde eingestellt. Er wurde zu einem weiteren Standesbeamten bestimmt.

 Es lagen drei Bauanträge vor, die von Andre Grüner ausführlich beleuchtet und erläutert wurden. Keine Einwände gab es und erforderliche Befreiungen wurden für den Bauantrag  auf Ausbau eines bestehenden Dachgeschosses „Am Wolfsgrund 11“ in Maroldsweisach und für den Antrag auf Anbau eines Carports an ein bestehendes Wohnhaus in Altenstein, Conrad-Feustling-Straße 1, erteilt. Nicht zugestimmt hingegen wurde dem Antrag auf Erweiterung eines Wohnhauses in Pfaffendorf, Lohrer Straße 20. Hier stehen Baulinien und weitere Umstände entgegen, die Andre Grüner ausführlich darlegte.

Bekannt gegeben wurde das Ergebnis der Beteiligung Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit für die Änderung des Bebauungsplanes Birkenfelder Weg in Maroldsweisach. „Es wurden 18 Beteiligte angeschrieben, dreizehn haben geantwortet“, sagte Grüner, um dann die Einwendungen dem Gremium vorzulesen. Es wurden alle Träger positiv abgewogen und geringe Änderungen bzw. Ergänzungen vorgenommen.

 



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