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23.11.2018

 

 

Bericht aus der Gemeinderatssitzung Maroldsweisach
 
 
Informationen gab es in der Sitzung des Marktgemeinderates Maroldsweisach am Montagabend im Rathaus zum Stand des Immisionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens durch Thorsten Honkisch von der Basaltaktiengesellschaft. Besucher des Steinerlebnispfades auf dem Zeilberg werden künftig in ein noch tieferes Loch blicken können.
Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) stellte zu Beginn der Sitzung fest, dass das Genehmigungsverfahren für den Steinbruch schon seit dem Jahr 2015 laufe. Er hieß Thorsten Honkisch, der die Abteilung Umwelt, Rohstoffe und Liegenschaften des Unternehmens der Hartsteinwerke Bayern-Mitteldeutschland leitet und mit einigen seiner Mitarbeiter gekommen war, willkommen. Honkisch stellte im Detail die geplanten Maßnahmen auf den Zeilberg vor, welche nicht nur vom Gemeinderat, sondern auch von mehreren Bürgerinnen und Bürger, die als Zuhörer gekommen waren, verfolgt wurden. „Schon vor etwa drei Jahren stand ich an gleicher Stelle, damals wurde das Genehmigungsverfahren eröffnet und es hat sich an unseren Plänen nichts wesentliches verändert“, sagte Honkisch. Das war der Zeitpunkt, wo der Antrag beim Landratsamt Haßberge eingereicht und die Öffentlichkeit erstmals informiert wurde. Anhand einer Powerpointpräsentation verdeutlichte Thorsten Honkisch die geplanten Maßnahmen. Nach seinen Worten soll der Steinbruch um etwa acht Hektar vergrößert werden und es sollen drei neue Gewinnsohlen oder Abbaustufen angelegt werden. Die Basaltsteingewinnung soll bis zu einer Tiefe von 310 Metern über Normalhöhe null vorangetrieben werden, was 60 Meter tiefer wäre, als die derzeitige Talsohle des Steinbruchs. Das veranlasste Gemeinderat Dieter Hepp (CSU) zur Aussage: „Das Loch ist ja dann mit 320 m NN tiefer als das Niveau des Ortskerns von Allertshausen.“ Die Außenkonturen des Basaltsteinwerkes würden größtenteils unverändert bleiben. Da auf der sogenannten „Allertshäuser Abraumhalde“ auf der Nordseite nicht verwertbares Material gelagert wird, werde sich der Blick von Allertshausen geringfügig ändern. Allerdings rücke der Tagebau nicht näher an die Ortschaft heran. Honkisch zeigte anhand von Grafiken insgesamt auf, wie sich der Blick einmal darstellen könnte. Auch sollen im Innenbereich des Geländes „Innenkippen“ mit nicht verwertbarem Material angelegt werden. Die Erweiterung des Bruches bedürfe, dass von dem kleinen Wäldchen an der Nordseite knapp vier Hektar Wald gerodet werden müssen. Geplant sind jährlich um die 900.000 Tonnen Basaltmaterial abzubauen. Das Gesamtvorhaben innerhalb der nächsten 50 Jahre umfasst nach den Worten von Honkisch eine Gewinnmenge von 45 Millionen Tonnen. Wie Thorsten Honkisch weiter darlegte, seien seit dem Jahr 2005 umfangreiche geologische Erkundungen per Tiefbohrungen erfolgt und auch artenschutzreiche Betrachtungen angestellt worden. Dabei hatte man auch im Auge die Quelle in Voccawind zu schützen. Schäden durch Sprengungen sind an Häusern der Ortschaften rund um den Zeilberg nicht zu befürchten. So wurde auf Veranlassung eines Gerichts ein Gutachten erstellt, welches zum Schluss kam, dass sprengwerte Beschädigungen ausgeschlossen wären. Da hakte Gemeinderat Stefan Böhm (JCU) aus Eckartshausen ein: „Wenn gesprengt wird, wackeln bei mir die Gläser im Wohnzimmerschrank.“ Honkisch versicherte, dass die Dimensionen unter dem zulässigen Grenzwert lägen, bot aber Messungen in Eckarthausen an. Übrigens seien die Sprengungen aufgrund technischer Fortschritte längst nicht mehr so intensiv, wie in früheren Jahren, da man kontrolliert jeweils nur einen Sprengvorgang zünde. Bürgermeister Wolfram Thein wies darauf hin, dass es seit dem Jahr 2013 Messstellen gebe, eine bei ihm in Maroldsweisach und eine in Allertshausen am Anwesen Braun, bei dem alle Sprengungen gemessen und registriert würden. Es hätten sich keine Anwohner gemeldet, die wegen Sprengungen neue Risse an ihren Häusern geltend machten, sagte Honkisch auf Frage von Gemeinderat Helmut Berwind (SPD). Eine Garantie könne man geben, dass die Voccawinder Quelle nicht beeinträchtigt werde, sagte der Vertreter des Werkes auf Frage von Ortssprecher Erhard Denninger. Sollte so etwas gemeldet werden, werde man sich darum kümmern. Schließlich teilte Honkisch mit, dass im Februar noch ein Erörterungstermin wäre und man dann hoffe, den Genehmigungsbescheid zu erhalten, um dann Schritt für Schritt das Vorhaben über die nächsten 50 Jahre umsetzen zu können. Hinsichtlich einer Nachnutzung sagte er, dass Abraum wieder eingebaut werde, an eine Deponie irgendwelcher Art sei nicht gedacht.
 
Gefasst wurde förmlich ein Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des geplanten Neubaugebietes „Bleichäcker“ in Maroldsweisach. Dazu erläuterte Renè Schäd, dass Ausgleichsflächen geschaffen wurden. Damit würden die Voraussetzungen für Ansiedlungen geschaffen, sagte Bürgermeister Wolfram Thein. Bauanträge lägen noch nicht vor, sagte er auf Frage von Gemeinderat Günter Freß (FW).
 
Gemeinerätin Heidi Müller-Gärtner hatte einen Antrag eingereicht, künftig die Öffentlichkeit bei geplanten Maßnahmen von Investoren, zum Beispiel bei Freiflächenphotovoltaikanlagen zu informieren, bevor schon alles „in trockenen Tüchern“ ist. „Bisher ist es so, dass der Gemeinderat erst eine Entscheidung traf, bevor die Öffentlichkeit informiert wurde“, erläuterte sie ihren Antrag. Das sollte unbedingt geändert werden. „Die Bürger sollten von solchen Maßnahmen schon ganz am Anfang informiert werden“, forderte sie. Hier könnten gleich Sorgen oder Bedenken in weitere Überlegungen mit einfließen. Bürgermeister Wolfram Thein konnte damit konform gehen. Man könne auf die Betreiber einwirken das zu tun. „Ich denke, die haben auch ein Interesse daran.“ Der Geschäftsführer der Marktgemeinde, Renè Schäd schränkte ein: „Die Gemeinde kann nicht auf förmlich vorgeschriebene Verfahren eingreifen.“ Es wurde der Beschluss gefasst auf Investoren einzuwirken vorab ihre Vorstellungen in der Bevölkerung bekannt zu machen.
 
Bürgermeister Wolfram Thein und sein Amtskollege Christopher Other aus Hellingen/Thüringen, denken an ein Entwicklungskonzept im Rahmen eines Leaderförderprogramms am ehemaligen Grenzübergang zwischen Allertshausen und Hellingen einen Infopunkt zu schaffen, um Erinnerungen an die ehemalige Grenze zur DDR wach zu halten. Dieser könne für Interessierte und auch für Durchreisende wertvoll sein. „Für mich wäre es sinnvoll, so etwas entstehen zu lassen“, sagte der Bürgermeister. „Das würde gut in unser Fremdenverkehrskonzept passen“, sagte Gemeinderat Günter Freß. Skeptischer sahen dies die Gemeinderäte Stefan Böhm und Herbert Baum. Etwas „museales“ sollte es nicht werden, sagte Böhm und Baum sah den Aufwand der angedacht ist zu groß: „Früher hätten wir uns zusammen gesetzt und so was geplant, ohne für Planer und Konzeptionen viel Geld auszugeben.“ Über das Geld wurde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gesprochen. Federführend wird die Gemeinde Hellingen nach den Worten von Wolfram Thein sein. Gemeinderätin Ramona Schrapel sagte, dass man da die Schulen mit einbeziehen soll, wenn der Infopunkt steht. „Ist dort auch alles minenfrei, gibt es da eine Garantie“, fragte Gemeinderat Helmut Berwind. Der Bürgermeister geht davon aus, eine Garantie könne er nicht geben.
 
Zum Schluss musste sich Bürgermeister Wolfram Thein von Gemeinderätin Melanie Gräbner (CSU) aus Altenstein massive Kritik anhören. Sie beschwerte sich, dass ein Antrag von ihr als Gemeinderätin auf Anbringung einer Überdachung an einem Gebäude von ihm abgelehnt wurde. Später, nach einer Ortsbegehung durch die SPD sei das auf Antrag eines Vereinsvorsitzenden genehmigt wurden. „Das finde ich einen schlechten Stil es hat mich sehr enttäuscht“, machte sie ihren Unmut Luft. Für sie hatte das Ganze ein „Geschmäckle“, da Thein SPDler ist. Dieser verwehrte sich dagegen und erklärte, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte und er bestand auf seine Kompetenz als Bürgermeister solche Entscheidungen, die er nach Rücksprache mit der Verwaltung trifft, treffen zu können. Hier musste er sich allerding entgegnen lassen, dass man so etwas auch im Bauausschuss besprechen könnte. Auch der Parteikollege vom Bürgermeister, Gemeinderat Herbert Baum würde es für sinnvoll halten manches mehr in den Bauausschuss bzw. Gemeinderat zu geben. Weiter sprach Melanie Gräbner an, dass der Hartplatz des HSV Altenstein für Zwischenlagerungen bei einem Straßenbau genutzt wurde und nachher nicht vernünftig hergerichtet ist. Sie bat um Unterstützung durch die Gemeinde, da die damalige Baufirma in Insolvenz ging. Der Bürgermeister sagte Unterstützung zu.
 
Von Helmut Will
 
 



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