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14.02.2012 BÜRGERVERSAMMLUNG Altenstein Der Blick von der Burgruine zum Lichtensteiner Wald könnte künftig auf fünf Windkrafträder gerichtet sein, wenn es nach Willen der Marktgemeinde Maroldsweisach geht. Neben dem Büchelberg zwischen Birkenfeld und Ditterswind hat der Gemeinderat sich für einen zweiten Standort im Lichtensteiner Wald entschieden, über den bei einer Bürgerversammlung am Mittwoch im Gasthaus Hofmann in Altenstein informiert und aufgeklärt wurde. Bürgermeister Wilhelm Schneider meinte zum Thema Windkraft, dass man sich im Regionalplanentwurf Main-Rhön für diese Variante entschieden habe, um keinen Wildwuchs und Verspargelung im Gemeindegebiet zu bekommen. Auch die Fachleute hätten für beide Standorte die besten Windverhältnisse ermittelt. Bisher hätte man die Windkraft in Bayern stiefmütterlich behandelt. Ziel der Energiewende sei, sie ortsnah zu nutzen und die Wertschöpfung in der Region zu belassen. Nach Aussagen von Bürgermeister Schneider wird in der Marktgemeinde Maroldsweisach rund die Hälfte des benötigten Stroms bereits durch Dächer-Fotovoltaikanlagen, zwei Feld-Fotovoltaikanlagen und zwei Biogasanlagen erzeugt. Für Bürgermeister Schneider, 1. Vorsitzender des Deutschen Burgenwinkels (DBW), müssen die touristischen Aspekte bei der Ausweisung der Windkraftstandorte in die Betrachtung einfließen. Um die vielen offenen Fragen zu klären, nahm der Energieexperte Gunter Häckner von der Gesellschaft zur Umsetzung von Technologieprojekten im Landkreis Haßberge mbH (GUT Haßberge) an der Versammlung teil und informierte die Bürger. Nach den Informationen über die Alternativenergie im Landkreis Haßberge kam der Fachmann auf die Standorte im Markt Maroldsweisach und insbesondere dem Lichtensteiner Wald zu sprechen. Unter Einhaltung der Schutzgebiete und Vogelschutzgebiete sowie Abstandsflächen, bleibt noch die Möglichkeit, auf dem Kamm des Waldes bis zu fünf Windräder zu installieren. Dabei würden zwei Anlagen im Kommunalwald und drei Anlagen auf Privatgrund stehen. Die Sicht von der Burg aus wären auf vier Anlagen auf einer Entfernung von mindestens 1 900 Metern möglich. Häckner riss auch kurz die Investitionen an, die sich auf fünf Millionen Euro pro Anlage bewegen würde. Sieben Millionen kWh pro Jahr werden bei diesem Standort pro Anlage erwartet. Der Eigenanteil, 7,5 Millionen Euro, werden von Investoren aus dem Landkreis erwartet. Die Gesamtwertschöpfung in 20 Jahren wird bei der Stromvergütung mit 64 Millionen Euro erwartet. Genaue Details, wie die Finanzierung und Beteiligungen aufgebaut werden, sind noch nicht bekannt. Auf jeden Fall soll die Bevölkerung in einer Art Bürgergesellschaft mit eingebunden werden. Wenn alles gut läuft, könnte 2014 mit dem Bau des Windparks begonnen werden, erklärte Häckner. Den Vorteil von Alternativenergie sieht der Fachmann darin, dass ab einer gewissen Zeit die Energie – Wind oder Sonne – zum Nulltarif zu erhalten ist, im Gegensatz zum Atomstrom. Diese Auffassung vertraten viele Anwesende. Kritische Stimmen gab es kaum. Ein Teilnehmer bezweifelte die Wirtschaftlichkeit und Optik, die man nicht akzeptieren könne. Bürgermeister Schneider meinte hierzu, „dass auch wir unseren Teil zur Alternativenergie leisten müssen, aber auch ein Stück des Kuchens abhaben möchten“. Nach dem Motto „die anderen sollen es machen, nur nicht vor unserer Nase“ könne man heute nicht mehr vertreten. Altenstein soll am 15. Juni im Fokus stehen, wenn der Bayrische Rundfunk (BR) in Altenstein seine Mainfrankentour startet. Bürgermeister Schneider freute sich über das Interesse des BR. Zu dieser eintägigen bayernweiten Veranstaltung müssen die Altensteiner jedoch stark wegen der Betreuung der geschätzten 1 000 Gäste Hand anlegen. Bürgermeister Schneider sieht hier keine Probleme, wenn auch eine Woche später der Tag der offenen Gartentüre ansteht. Bürgermeister Schneider informierte über den Stand der Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt von Altenstein, wo es Differenzen zwischen der Bevölkerung und dem Landratsamt (die Ortsdurchfahrt ist eine Kreisstraße) gibt. Nach dem neuerlichen Anbringen eines absoluten Halteverbotes zwischen dem Burgring und dem Burgeninformationszentrum durch den Landkreis wird das Thema immer brisanter. Schneider erklärte, dass das Verfahren beim geänderten Anbringen der Verbotsschilder nicht in Ordnung war, weil keine Anhörung der Gemeinde erfolgte. Da die Straße jedoch nicht sehr breit ist, bat er, die Fahrzeuge so weit wie möglich, auf privatem Grund abzustellen. Die Differenzen entzünden sich am Räumdienst und Schwerlastverkehr, der die Kreisstraße über Altenstein als Abkürzung sieht. Bürgermeister Schneider meinte, „wer einmal mit seinem LKW über Altenstein fährt, macht das ein zweites Mal nicht mehr. Aber die, die erstmals abkürzen, scheinen viele zu sein, denn nach Aussage von Bürgern sei das Schwerlastaufkommen enorm. Der zweite Punkt betrifft den Räumdienst im Winter, weil das Räumfahrzeug angeblich behindert würde. Das bestreiten die Altensteiner und meinten, die Fuhrunternehmer sollten Fahrer einsetzen, für denen es keine Schwierigkeiten bedeute, die Ortsdurchfahrt zu räumen. Die Schwierigkeiten gibt es anscheinend erst heuer. Im letzten Jahr bei dem großen Schnee sind solche Probleme nicht aufgetreten. Nico Kapp formulierte das Anliegen der Altensteiner mit den Worten, „es ist nun eine Frage zwischen Landrat und den Altensteinern, nicht mehr zwischen einem Verein und einer Sachgebietsleiterin des Landratsamtes“.
BÜRGERVERSAMMLUNG Ditterswind Auf dem Hausberg von Ditterswind, dem 463 Meter hohen Büchelberg, sollen einmal fünf Windkrafträder stehen. Dies wurde in der Bürgerversammlung am Donnerstag in der „Alten Schule“ vom Energieexperten Gunter Häckner von der Gesellschaft zur Umsetzung von Technologieprojekten im Landkreis Haßberge mbH (GUT Haßberge) erläutert. Neben dem Büchelberg steht noch der Standort „Lichtensteiner Wald“ im Fokus der Marktgemeinde Maroldsweisach. Bürgermeister Wilhelm Schneider erklärte den Versammlungsteilnehmern, warum der Zeilberg bei Maroldsweisach für Windkraft nicht in Frage kommen kann. Die zwei Gründe sind die nahe Wohnbebauung und die Basaltabbaugebiete. Wie Häckner ausführte, herrscht auf dem „Büchelberg“ nach der Windpotentialkarte, die vom TÜV erstellt wurde, ein Windgeschwindigkeit von 6,5 m/sec, was von den Experten als gut empfunden wird. Auf dem Standort werden fünf Anlagen mit je 3000 KW/h empfohlen. Die Stromeinspeisung würde dann in Hofheim erfolgen. Es sollen die gleichen Windkraftanlagen wie im „Lichtensteiner Wald“ aufgebaut werden. Mit den 60 Meter langen Flügeln werden dann die Windkraftanlagen um die 200 Meter hoch sein. In der Diskussion ging es mehr um Details wie Finanzierung, Gewinne, Steuern oder Flächenverbrauch. Ablehnung der Windkraftanlagen auf dem „Büchelberg“ war kaum vorhanden. Herumstreunende Katzen werden in Ditterswind zum Problem. Wie ein anwesender Bürger erzählte, würden sich darunter sogar Katzen aus einem Tierheim befinden und deren Markierungen tragen. Sogar beim Pfarrer tauchte ein Kater „mit allem drum herum“ auf, wie Pfarrer Wolfgang Scheidel erklärte. Bürgermeister Schneider schlug vor, zusammen mit dem Tierschutzverein Fallen aufzustellen, damit man dann die Katzen kastrieren oder sterilisieren kann. Die Kosten belaufen sich pro Tier auf 60 Euro. Wer so eine Katze möchte, kann sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen. Auch die Verunreinigungen von Hunden erregt die Gemüter der Ditterswinder. Ein Bürger forderte deshalb Bußgelder, um die Besitzer der betreffenden Hunde in die Schranken zu weisen. Bürgermeister Schneider erklärte, dass die Gemeinde erst tätig werden kann, wenn man die betreffenden Besitzer meldet. Die Versorgung mit DSL gestaltet sich schwieriger wie erwartet, teilte Bürgermeister Schneider mit. Wegen des geplanten Senders auf dem Bramberg sollen erst noch Gespräche mit der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt aufgenommen werden, um den Standort für den Knotenpunkt abzuklären. Das Wasserleitungsnetz in Ditterswind gehört zur Trinkwasserversorgung „Gemeinfelder Gruppe“. Rohrbrüche und deren Beseitigung gehören in letzter Zeit vermehrt zu den Problemen. Wie Bürgermeister Schneider als Chef des Bauhofs Maroldsweisach, der als Dienstleister die Rohrbrüche beseitigt, erklärte, sei es den Bauhofarbeitern bald nicht mehr zuzumuten, bei dieser Kälte immer wieder auszurücken. Er empfahl den Verantwortlichen, stückweise die Sanierung des Leitungsnetzes anzugehen, denn auch viele Schieber würden nicht mehr nutzbar sein. |
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